
Das Jahr 2025 war für die Jungen Grünen Schweiz ein ereignisreiches Jahr. Es begann mit der Abstimmung über ihre eidgenössische Volksinitiative (Umweltverantwortungsinitiative) und endete mit der Ergreifung des Referendums gegen die Revision des Zivildienstgesetzes und der damit verbundenen Unterschriftensammlung. Damit haben die Jungen Grünen die Bedeutung ihrer Arbeit für die politische Mitbestimmung der Jugend auf Bundesebene unterstrichen. Die Partei führte diese beiden grossen Kampagnen parallel zu ihren üblichen Aktivitäten durch, insbesondere neben den verschiedenen Veranstaltungen für die Mitglieder.
Die Jungen Grünen starteten am 18. Januar mit ihrer Jahresversammlung (JV) in Bern in das Jahr 2025. An dieser Versammlung wurden das Co-Präsidium, bestehend aus Margot Chauderna und Magdalena Erni, sowie die Geschäftsleitung (Exekutivorgan) einstimmig für eine weitere Amtszeit von einem Jahr gewählt.
Im Rahmen der Jahresversammlung führten die Mitglieder zudem engagierte Diskussionen über die Beteiligung der Partei an der Familienzeit-Initiative sowie der Lebensmittelschutz-Initiative. Zum Abschluss der Versammlung gab es einen Vortrag über die politischen Herausforderungen im Bereich der psychischen Gesundheit. Insgesamt bot die Jahresversammlung den Mitgliedern die Gelegenheit, Diskussionen zu führen und sich mit verschiedenen politischen Themen zu befassen, was die wesentliche Rolle der Partei bei der Meinungsbildung ihrer Mitglieder unterstreicht.
Den Beginn des Jahres prägten die letzten Etappen der Kampagne der Jungen Grünen für die Umweltverantwortungsinitiative. Die Initiative forderte, dass die Schweizer Wirtschaft die neun planetarischen Grenzen einhält – ein wissenschaftlich breit abgestütztes Konzept, das unter anderem die globale Erwärmung, aber beispielsweise auch Phosphor- und Stickstoffemissionen umfasst. Während dieser letzten Phase der Kampagne haben sich die Mitglieder der Jungen Grünen auf verschiedene Weise engagiert, sei es beim Verteilen von Flyern auf der Strasse oder bei der Teilnahme an Debatten und anderen Veranstaltungen. Zu den Höhepunkten der Kampagne gehörte unter anderem die Veröffentlichung eines offenen Briefes zur Unterstützung der Initiative, der von über 200 Wissenschaftler*innen unterzeichnet wurde.
Schliesslich wurde am 9. Februar über die Umweltverantwortungsinitiative abgestimmt. Die Initiative erreichte dabei vor dem Volk einen Ja-Anteil von 30,25 %. Dieses Resultat reichte leider nicht aus, um den neuen Artikel in der Verfassung zu verankern. Dennoch zeigten die Jungen Grünen im Abstimmungskampf, dass sie in der Lage sind, eine professionelle, schweizweite Kampagne zu organisieren und viele Mitglieder zu aktivieren. Zudem ist ein Resultat von über 30 % Ja-Anteil gerade für eine Jungpartei ein beachtlicher Erfolg und zeugt davon, dass die Jungen Grünen mit ihrer Initiative ein wichtiges Thema in den Diskurs eingebracht haben und bis weit in die Mitte der Gesellschaft überzeugen können.
Im April fand auch 2025 wieder das Frühlingslager der Jungen Grünen, das GEF (Green Earth Festival) statt. Das GEF 2025 zeichnete sich durch die grosse Vielfalt der politischen Themen aus. Auf dem Programm standen Workshops über Sexarbeit, polizeiliche Repressionen und die Zukunft der Jungen Grünen. Es gab aber auch zahlreiche Gelegenheiten zum Austausch unter den Mitgliedern, Yoga, Spieleabende und einen Workshop zur Schokoladenproduktion. Beim GEF kommen jedes Jahr Jugendliche und junge Erwachsene mit verschiedenen Hintergründen aus der ganzen Schweiz zusammen, tauschen sich aus und lernen gemeinsam mehr über politische Themen.
Am GEF fand auch die zweite Mitgliederversammlung im Jahr 2025 statt. Es gab zahlreiche Diskussionen rund um Klima- und Sozialpolitik und Margot Chauderna wurde offiziell aus dem Co-Präsidium der Jungen Grünen Schweiz verabschiedet und für ihr jahrelanges Engagement verdankt. An ihre Stelle wurde Sheldon Masseraz, ehemaliger Co-Präsident der Jungen Grünen Wallis, gewählt. Die Jungen Grünen bedanken sich herzlich bei den beiden anderen Kandidaturen, Quentin Wenger und Mathieu Senn, für ihren engagierten und fairen Wahlkampf.
Jeweils eine Gruppe von Mitgliedern stellt die beiden Resolutionen „Für eine Digitalisierung im Dienste der Menschen und der Umwelt, nicht der Tech-Faschisten!“ und „Neokolonialismus, Ende der illegitimen Schulden“ vor. Nach einer lebhaften Diskussion und verschiedenen Änderungsanträgen aus der Versammlung wurden beide Resolutionen einstimmig angenommen.
Nach der MV und am letzten Abend des GEFs fand wie jedes Jahr eine Party statt, denn für die Jungen Grünen ist die Förderung des sozialen Zusammenhalts mit solchen Aktivitäten besonders wichtig, um eine einladende Atmosphäre zu kreieren und den Mitgliedern die Möglichkeit zu geben, sich zu vernetzen.
In den folgenden Wochen haben sich die Mitglieder der Jungen Grünen aktiv an den Aktionen im Rahmen des feministischen Streiks am 14. Juni beteiligt. Zudem haben sie gemeinsam verschiedene Pride-Veranstaltungen in der ganzen Schweiz besucht, um die Rechte queerer Menschen zu fördern. Auch 2025 war die Bekämpfung von Ungerechtigkeiten eine Herzensangelegenheit: So haben die Jungen Grünen die nationale Grossdemo “Solidarität mit Gaza” am 21. Juni mit zahlreichen anderen Organisationen mitorganisiert.
Im September fand in Bern das jährliche Treffen der Co-Präsidien aus den kantonalen Sektionen statt. Das Treffen dient der Vernetzung zwischen den Sektionen und der gezielten Weiterbildung der Verantwortungsträger*innen in den Sektionen. Dafür luden die Jungen Grünen einen Aktivisten der Bewegung «Agissons!» ein, der einen Vortrag über Mobilisierung und die Gewinnung neuer Mitglieder hielt. Die anwesenden Co-Präsident*innen erhielten so viele neue Ideen, wie sie leichter auf neue Menschen zugehen und diese direkt in Arbeitsgruppen einbinden können.
Am 9. August fand die dritte Mitgliederversammlung in Yverdon-les-Bains statt, die in diesem Jahr von der Sektion Waadt organisiert wurde. Im Kontext der hochaktuellen politischen Debatten rund um Wehrpflicht, Aufrüstung, Krieg und Frieden beschäftigten sich die Jungen Grünen mit diesen anspruchsvollen Themen, ermöglichten einen spannenden Austausch dazu und festigten gleichzeitig ihre eigenen Positionen. Am Ende wurde der “Vier Punkte Plan für einen freiwilligen sozialen Dienst” verabschiedet. In diesem Papier formulieren die Jungen Grünen ihre Vision für einen neuen, freiwilligen sozialen Dienst, der anstelle der aktuellen Dienstpflicht auf freiwilliger Basis allen zugänglich ist und sich an gesellschaftlichen Herausforderungen orientiert.
Die Mitglieder diskutierten in Yverdon-les-Bains auch über die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS), das darauf abzielt, die Kontrolle und Verfolgung von Migrant*innen zu verschärfen, indem in Datenbanken Informationen zu ihrem Aussehen, ihren Dokumente und ihrer Herkunft gespeichert werden. Die Reform steht im klaren Widerspruch zu den Werten der Solidarität und der Antidiskriminierung, für die die Jungen Grünen stehen.
An der Mitgliederversammlung wurde zudem die Unterstützung des Referendums gegen die Verschärfungen des Zivildienstgesetzes beschlossen. Die von Margot Chauderna und Mathieu Senn vorgestellte Reform beinhaltet eine Verschärfung der Zulassungsbedingungen für Zivildienstleistende, was zu einem massiven Rückgang der Zivildienstleistenden in Bereichen führt, in denen sie unverzichtbar sind. Ausserdem verstossen mehrere Massnahmen gegen die Grundrechte, weil sie die Gewissensfreiheit in Bezug auf die Wehrdienstverweigerung unverhältnismässig einschränken.
Die vierte Mitgliederversammlung im Herbst fand am 11. Oktober statt, diesmal in St. Gallen. Ein zentrales Thema dieser Versammlung war die Konkretisierung des Referendums gegen die Verschärfungen des Zivildienstgesetzes. Anschliessend wurden die Parolen der Jungen Grünen Schweiz für die nächsten Abstimmungen gefasst. Elia Gerber stellte die Service-Citoyen-Initiative vor und weil die Initiative den Werten der Jungen Grünen widerspricht und gegen UN-Menschenrechtspakt verstösst (Verbot der Zwangsarbeit), fasste die Versammlung die Nein-Parole. Für die Initiative für eine Zukunft der JUSO wurde die Ja-Parole gefasst. Die Initiative forderte, Erbschaften und Schenkungen ab 50 Millionen Franken zu 50 % zu besteuern, um so die Transformation hin zu einer CO2-neutralen Wirtschaft und Gesellschaft zu finanzieren.
In St. Gallen wurde ausserdem ein Massnahmenplan zur Bekämpfung der Wohnungskrise verabschiedet. Mit ihren vorgeschlagenen Massnahmen wollen die Jungen Grünen das Mietwesen gerechter und sozialer gestalten. Der Abend endete mit Karaoke und Bastelaktivitäten.
Das Jahr endet mit einem großen Erfolg für die Jungen Grünen. Sie haben beinahe 12’000 Unterschriften gegen die Änderung des Zivildienstgesetzes gesammelt und damit erheblich zum Zustandekommen des Referendums beigetragen. Auch übernahmen die Jungen Grünen die gesamte Beglaubigung aller Unterschriften der Allianz. In kürzester Zeit und mit vielen freiwilligen Helfer*innen meisterten sie auch diese Herausforderung. Damit zeigen die Jungen Grünen erneut, dass sie eine starke Kraft in der politischen Landschaft der Schweiz sind. Gleichzeitig bieten sie jungen Menschen einen Raum, um sich politisch zu engagieren, sich in vielen politischen Themen und Bereichen der praktischen politischen Arbeit weiterzubilden und mit anderen engagierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus der ganzen Schweiz zu vernetzen.
All diese Projekte und Veranstaltungen waren nur möglich dank der grosszügigen finanziellen Unterstützung der KJFG-Finanzhilfen Art. 7 Abs.2, der GRÜNEN Schweiz und zahlreichen Einzelspender*innen. Vielen Herzlichen Dank!
Für die Geschäftsleitung, Marleen Savary